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Die Zukunft der Werbung in KI-Diensten

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06.02.2026

Die Zukunft der Werbung in KI-Diensten

Noch sind die KI-Dienste von Chat GPT und Gemini werbefreie Zonen, aber das wird sich schon bald ändern. Fest steht, die KI-Dienste sind mit enorm hohen Kosten konfrontiert und werden in absehbarer Zeit mehr Einnahmen generieren müssen. Allein mit Abo-Modellen wird das nicht möglich sein. Aber wie wird diese Werbung aussehen? Wie wird abgerechnet und mit welchen Kosten müssen Unternehmen rechnen? Wie werden die Ergebnisse möglicherweise beeinflusst? Wir liefern in diesem Beitrag Antworten auf die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Werbung bei KI-Diensten.

Status Quo: Die Ruhe vor dem Sturm?

Bisher waren ChatGPT und Gemini weitgehend „werbefreie Zonen“. Einnahmen werden primär nur aus Abonnements (Plus/Advanced) generiert. Doch das wird sich radikal ändern. Der Grund für diesen Wandel liegt in den gigantisch hohen Betriebskosten für Rechenzentren und Chips.

  • ChatGPT (OpenAI):
    Hat den Start von Werbung für Februar 2026 angekündigt. Betroffen sind vor allem Nutzer der kostenlosen Version und des neuen, günstigeren „ChatGPT Go“-Modells.
  • Gemini (Google):
    Google hält sich offiziell noch zurück und betont die „Unverfälschtheit“ der Antworten. Experten sehen jedoch in den AI Overviews der Google-Suche (die bereits Anzeigen enthalten) die Blaupause für Gemini.

Der Ausblick: Wie könnte KI-Werbung konkret aussehen?

Es wird sicherlich keine Banner oder Pop-ups, wie auf klassischen Webseiten geben. Die Werbung in KI-Bots wird nativ und kontextbezogen sein:

  • Conversational Recommendations
    Wenn du fragst: „Wie plane ich eine Wanderung in den Alpen?“, könnte die KI antworten: „Hier ist eine Route... übrigens, bei Globetrotter gibt es gerade passende Wanderschuhe, die für dieses Gelände ideal sind.“
  • Sponsored Suggestions
    Am Ende eines Chats erscheinen Buttons für weiterführende Fragen, die direkt zu einem Dienstleister führen.
  • Branded GPTs / Agents
    Unternehmen stellen eigene spezialisierte Assistenten bereit, die innerhalb der Plattform (z. B. im GPT Store) exklusive Beratung und direkten Kauf ermöglichen.
  • Affiliate-Integration
    Die KI verlinkt direkt auf Produkte. Die Monetarisierung erfolgt über Provisionen, ähnlich wie bei klassischen Testportalen, aber in Echtzeit.

Was bedeutet das für die Nutzer?

Hier liegt das größte Konfliktpotenzial, da die „Neutralität“ der KI auf dem Spiel steht. Es besteht die Gefahr der Verzerrung. Nutzer könnten das Vertrauen verlieren, wenn sie das Gefühl haben, die KI empfiehlt nicht das beste Produkt, sondern das des höchstbietenden Werbepartners.

Daraus könnte eine Art Zwei-Klassen-KI entstehen. Wer zahlt, bekommt neutrale, werbefreie Fakten. Wer die Gratis-Version nutzt, navigiert durch einen „gefilterten“ Informationsfluss.

Im Idealfall ist die Werbung so präzise auf den aktuellen Kontext zugeschnitten, dass sie nicht als störend, sondern als hilfreicher Teil der Lösung wahrgenommen wird. Ob dem so ist, wird sich aber erst zeigen müssen.

Neue Möglichkeiten für Werbetreibende

Für Marketer bricht eine Ära nach dem Keyword an. Aus einzelnen Suchbegriffen werden detaillierte Fragen, die die Intension des Nutzers deutlich besser erkennen lassen.

  • Intent statt Search
    Man optimiert nicht mehr auf Suchbegriffe, sondern auf die Absicht (Intent). Die KI versteht das Problem des Nutzers und schlägt die Marke als Lösung vor.
  • AEO statt SEO
    Answer Engine Optimization wird zur Pflichtdisziplin. Marken müssen ihre Daten so bereitstellen, dass LLMs (Large Language Models) sie als vertrauenswürdige Quelle einstufen.
  • Höhere Conversion
    Da die Werbung in einem Moment erscheint, in dem der Nutzer aktiv nach einer Lösung sucht, sind die Conversion-Rates oft deutlich höher als bei klassischer Display-Werbung.

Die Ökonomie der KI-Werbung: Wer zahlt was?

Hinter den Kulissen findet gerade ein massiver Umbruch der Preismodelle statt. Für Nutzer und Werbetreibende ergeben sich daraus völlig neue Kostenstrukturen.

Für die Nutzer:  Die Abkehr vom „Alles Gratis“-Prinzip.

Um die extrem hohen Rechenkosten (Inference Costs) zu decken, differenzieren die Anbieter ihre Preismodelle immer stärker:

  • Das werbefreie Premium-Abo: Bleibt voraussichtlich bei den bekannten 19,99 € bis 25,00 € pro Monat (z. B. ChatGPT Plus oder Gemini Advanced). Hier kaufen sich Nutzer quasi die Werbefreiheit und volle Neutralität der Ergebnisse.
  • Das „Ad-supported“ Modell (z. B. ChatGPT Go): OpenAI hat ein kostengünstigeres Modell für ca. 5,00 € bis 9,00 € monatlich angedeutet. Nutzer zahlen weniger Grundgebühr, akzeptieren dafür aber eine KI-Erfahrung, die mit gesponserten Inhalten angereichert ist.
  • Die Free-User: Hier wird Werbung zum Standard. Nutzer „zahlen“ nicht mit Geld, sondern mit ihrer Aufmerksamkeit und einer (noch) stärkeren Personalisierung der Werbebotschaften.

Für die Werbetreibenden: Weg vom Klick, hin zum Dialog

Die Abrechnungsmodelle für Unternehmen ändern sich grundlegend. Das klassische CPC-Modell (Cost-per-Click) von Google Search bekommt Konkurrenz:

  • Cost-per-Mention / Cost-per-Recommendation:
    Werbetreibende zahlen dafür, dass ihre Marke in einer passenden Antwort als Lösung genannt wird. Erste Schätzungen für Pilotprojekte liegen hier bei deutlich höheren Preisen als im klassischen Search-Bereich, da die „Abschlusswahrscheinlichkeit“ (Conversion) in einem Dialog als viel höher eingeschätzt wird.
  • Auktionen in Echtzeit:
    Ähnlich wie bei Google Ads wird es vermutlich ein Gebotssystem geben. Wer mehr bietet, dessen Produkt wird bei vagen Nutzeranfragen (z. B. „Welches Auto passt zu mir?“) bevorzugt erwähnt.
  • Indirekte Kosten durch AEO (Answer Engine Optimization):
    Unternehmen müssen in technisches SEO und spezialisierte Agenturen investieren, um sicherzustellen, dass ihre Daten überhaupt von der KI korrekt indexiert werden. Hier entstehen Beratungskosten, die für ein umfassendes Audit und fortlaufende Optimierung im Bereich von 2.500 € bis 5.000 € pro Jahr (für KMU) liegen können.

Die Ökonomie der KI-Werbung: Kosten für Werbetreibende

Für Unternehmen wird die Präsenz in KI-Systemen zu einem neuen, aber kostspieligen Marketingkanal. Die beiden Marktführer verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze.

ChatGPT (OpenAI): Exklusivität zum hohen Preis

OpenAI positioniert Werbung als Premium-Platzierung. Erste Informationen aus Branchenkreisen deuten auf folgende Strukturen hin:

  • Hohe Einstiegshürden:
    Für die ersten Pilotphasen (ab Februar 2026) werden Mindestbudgets von 200.000 bis 250.000 US-Dollar gehandelt. Damit bleibt der Zugang vorerst großen Marken vorbehalten.
  • Premium-CPM:
    Die Kosten pro 1.000 Impressionen (CPM) sollen bei etwa 15 bis 30 US-Dollar liegen. Das ist deutlich teurer als bei Social-Media-Werbung. Die Anbieter argumentieren hier mit der höheren Relevanz der KI-Antworten.
  • Fokus auf „Mentioning“:
    Bezahlt wird primär dafür, dass die KI eine Marke als Lösung für ein spezifisches Nutzerproblem vorschlägt.

Google Gemini: Die Integration in das bestehende Imperium

Google geht einen massentauglicheren Weg. Hier wird Gemini zum verlängerten Arm von Google Ads:

  • Performance Max Integration:
    Werbetreibende müssen vermutlich kein separates „Gemini-Budget“ buchen. Stattdessen nutzt Google KI, um bestehende Anzeigen aus dem Google-Netzwerk nativ in Gemini-Konversationen oder die AI Overviews einzubetten.
  • Abrechnung nach CPC (Cost-per-Click):
    Im Gegensatz zu OpenAI bleibt Google wohl beim bewährten Modell. Die Kosten pro Klick könnten jedoch steigen, da die Plätze innerhalb einer KI-Antwort extrem begrenzt sind (oft nur 1-3 Quellen).
  • Gebotskriege um die „Quelle #1“:
    Wer in den Fußnoten einer Gemini-Antwort als Primärquelle genannt werden will, muss in den Google-Ads-Auktionen voraussichtlich deutlich höhere Gebote abgeben als für eine normale Suchanzeige. Experten erwarten hier eine Steigerung der Klickpreise um 20 % bis 40 % für hart umkämpfte Branchen.

Das Ende der digitalen Unschuld – und was jetzt kommt

Der Einzug von Werbung in die Welt von ChatGPT und Gemini markiert das Ende einer Ära. Was als „neutraler digitaler Assistent“ begann, entwickelt sich nun zu einer kommerziellen Plattform, die den Spagat zwischen objektiver Hilfe und bezahlter Empfehlung meistern muss.

Was erwartet uns in nächster Zeit?

  • Für die Nutzer: Das Erlebnis wird vielfältiger, aber auch komplexer. Während werbefinanzierte Modelle den Zugang zu High-End-KI für die breite Masse erschwinglich halten, steigt die Eigenverantwortung. Wir müssen lernen, KI-Antworten kritisch zu hinterfragen: Ist das die objektiv beste Lösung oder die am besten bezahlte?
  • Für die Unternehmen: Der „First-Mover-Vorteil“ ist real. Wer jetzt in AEO (Answer Engine Optimization) investiert und versteht, wie man in den Dialog mit der KI gelangt, wird langfristig die Nase vorn haben. Werbung wird weniger laut, dafür aber wesentlich einflussreicher, da sie direkt in den Entscheidungsprozess des Nutzers integriert ist.

Werbung bei KI-Diensten muss kein Rückschritt sein. Wenn sie das Versprechen der „Hyper-Relevanz“ einlöst, kann sie den Alltag der Nutzer tatsächlich bereichern, statt ihn zu stören. Die kommenden Monate ab Februar 2026 werden zeigen, ob OpenAI und Google das Vertrauen ihrer Nutzer bewahren können, während sie ihre Kassen füllen. Eines ist sicher: Die Art und Weise, wie wir Produkte entdecken und kaufen, wird nie wieder dieselbe sein.

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